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Sonntag, 18. April 1999:

Hallo und willkommen zum wirklichen Editorial dieser Homepage!
In dieser Ecke werde ich in unregelmäßigen Abständen zu allem, was im entferntesten (manchmal aber auch gar nichts :-) ) mit Tom Tykwer zu tun hat, persönliche Kommentare abgeben. Alles, was mir im Kopf herumgeistert und nicht gerade als nüchterne Nachrichten durchgeht, hat hier seinen Platz. :-)

In dieser Ausgabe:




Ha, ich hab's gewußt! "Shouting lager, lager, lager..." Ich hatte doch so eine Ahnung, warum mir der Sprechgesang und der Rhythmus von "Running Two" so bekannt vorkamen: Hat jemand das Interview bei Project A gelesen? Tom sagt in dem Interview, daß zu dem Zeitpunkt, als er die Filmmusik zu Lola schrieb, gerade "Second Toughest In the Infants" von Underworld rauskam, und wer einmal "Born Slippy" gehört hat, weiß, daß Tom die Scheibe gut gefallen haben muß... ;-)

Und wer überlegt, woher vielleicht die Inspiration für den "Casino"-Track gekommen sein mag, der möge sich einfach mal Peter Gabriels CD "Passion", seine Filmmusik zu "Die letzte Versuchung Christi", anhören. :-)
Nein nein, der Soundtrack ist schon gut, es ist nur witzig zu hören, woher die Anleihen kommen.


Wo wir gerade bei Musik sind: Mittlerweile sind sogar in der deutschen ARD-Soap "Verbotene Liebe" (!!!) Soundfetzen von Tom zu hören: Wenn's dann ganz besonders spannend wird, hört man Hintergrundmusik, die eindeutig von "René's Vision" abgekupfert ist. Oder aber sie benutzen sogar den Originaltrack.
Hab ich so beim Zappen festgestellt. Nicht, daß ich diese Serie selber anschauen würde...! ;-)


Ich muß gestehen, nachdem ich mir neulich Lola aus der Videothek ausgeliehen habe und auch Winterschläfer nochmal angesehen habe, bin ich etwas gesättigt, was diese beiden Filme angeht. Ich mag sie natürlich beide immer noch, aber jetzt muß ich erstmal etwas Abstand bekommen.
Was natürlich nicht heißt, daß ich nicht an dieser homepage weiterarbeite. :-)


Apropos: Natürlich hat Tom den verrückten Einsatz verschiedener Stilmittel mit Lola nicht erfunden, er hat ihn aber faszinierend umgesetzt. Gestern abend lief in einem Bremer Kino mal wieder Oliver Stones Natural Born Killers, dagegen ist Lola wirklich moderat, was Kameraführung und Schnitt angeht. :-)

Als vor einigen Wochen im ZDF eine Rückschau auf das deutsche Kino 1998 lief, lautete der Kommentar über Lola rennt übrigens: "Ein rasanter Film, allerdings wird man den Eindruck nicht los, daß hier die Form wichtiger ist als der Inhalt".  DUH!! Hal-LO, die Form ist Bestandteil des Inhalts von Lola, oder seh ich das falsch?


Übrigens, bin ich der einzige, der findet, daß die Nominierungen zum Deutschen Filmpreis für Nina Petri und Herbert Knaup als beste Nebendarsteller arg übertrieben sind? Man möge mich nicht falsch verstehen, ich schätze beide als gute Schauspieler, aber die Rollen in Lola laden doch nun wirklich nicht dazu ein, eine große schauspielerische Leistung zu entdecken. Das deutsche Kinojahr 1998 war vielleicht nicht überwältigend, aber es gab bessere Nebenrollen als diese:
Joachim Krôl z.B., der für mich Doris Dörries "Bin ich schön?" überhaupt nur erträglich gemacht hat, oder einer der "Comedian Harmonists" hatten sicherlich mehr Gelegenheit, zu zeigen, was sie schauspielerisch draufhatten, als die oben genannten in Lola rennt.


Das war's für heute. :-)

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